Produkttexte selber schreiben

Content Is King (2)

Eigene Produkttexte schreiben

In diesem Abschnitt befasse ich mich mit der Erstellung von sinnvollen Produkttexten. Ich zeige auf wie sie nach einer kurzen Einarbeitungszeit auch von ungeübten Schreibern verfasst werden können.

Produkttexte verfassen

Eigene Texte zu generieren funktioniert in der Umsetzung häufig viel einfacher, als es so mancher Shopbetreiber im Vorfeld glaubt. Ein paar Versuche braucht es anfangs zwar, aber dann ist meistens auch schon der Knoten geplatzt. Speziell Personen, die sich mit ihren Produkten im Onlineshop identifizieren, geht das Verfassen von produktbegleitenden Texten mit der Zeit immer schneller und unverkrampfter von der Hand. Wer als Händler seine Ware mag und kennt, hat – meiner Überzeugung nach – automatisch die Gabe, diese mit passenden Worten zu beschreiben.

Irgednwann ist immer das ersten Mal, egal worum es dabei im Detail geht. Wer vor seinem ersten Text sitzt und nicht so recht weiß, wie und wo und mit was er nun genau anfange soll, dem empfehle ich ganz zu Anfang einfach mal die folgende „Trockenübung“ durchzuführen.

Produkttext Trockenübung

Machen Sie zunächst ohne jegliche Hilfsmittel eine mündliche Präsentation Ihres Shops. Stellen Sie einem Bekannten oder Verwandten ihren Shop, ihre Produkte und auch sich selber in Ihrer Funktion als Shopbetreiber vor. Steuern Sie Ihre Darbietung mehr in Richtung seriöse Info-Veranstaltung als hin zu einer (billigen) Verkaufspräsentation. Halten Sie sich dabei an die Fakten und achten Sie darauf, möglichst kein Wort (mehrmals) zu wiederholen. Wichtig dabei: Reden Sie flüssig in kurzen, aussagekräftigen Sätzen. Denken Sie stets daran, dass Sie nicht mit ihrem Wissen prahlen wollen, sondern dem Gegenüber mit ihren Worten von dem Produkt überzeugen wollen.

Ihre Vorführung sollte ohne jegliche Unterbrechung maximal zwei Minuten dauern. Diesen Vorgang wiederholen Sie so oft, bis Sie absolut selbstsicher sind und das für jeden Laien auf Anhieb verständliche Fachwissen nur so aus Ihnen heraus sprudelt.

Im nächsten Schritt nehmen Sie Ihren mündlichen Vortrag auf. Lassen Sie einfach bei Ihrer Präsentation das Handy mitlaufen. Jetzt haben Sie Ihren ersten eigenen Text, in welchem Sie sich und Ihren Shop vorstellen. Halten Sie diesen Text nun schriftlich fest und lassen ihn ein bis zwei Tage ruhen. Dann schauen Sie noch mal drüber und korrigieren die eine oder andere Stelle. Speziell Wortdopplungen sollten vermieden werden.

Diese „Ruhephase“ gilt natürlich nur für die Zeit mit den ersten Schritten. Wenn Sie das erste Dutzend Texte hinter sich haben, gehen diese Abläufe immer leichter und schneller von der Hand.

Verständniskontrolle des Textes

Lassen Sie den fertigen Text (wenn möglich) noch mal von einer dritten (bisher unbeteiligten) Person auf ihre Verständlichkeit hin gegenlesen. Laufen Sie aber nicht zu einem Sprachtrainer oder zu einem totalen Technikfreak. Mit deren Unterstützung entstehen in der Regel zu fachbezogene Textwüsten, die in einem Onlineshop keiner lesen will.

Zur Erinnerung: Es geht hier um das Erstellen von Texten, die verkaufsfördernde Wirkung erzielen sollen. Das ist eine andere Baustelle, als die Gestaltung von Sachtexten, bei denen vorrangig Funktionalitäten und deren Eigenschaften aus fachmännischer Sicht im Detail dargestellt werden. Es soll keine sachlich fixierte Produkttexterweiterung geschaffen werden, sondern eine seriöse, verkaufsfördernde Lobhudelei.

Länge der Produkttexte

Richtig feste Vorgaben gibt es nicht. Das ist stets vom Aufbau des Shops und seinem Warenangebot abhängig. Manchmal kann weniger mehr sein, während man an anderer Stelle mit vielen Worten besser punkten kann. Sehr wichtig ist es, jeden Text optisch mit gut formulierten Zwischenüberschriften und Absätzen zu gliedern. Unbedingt zu vermeiden sind ellenlange Textwüsten ohne Umbrüche. So etwas liest sich in einem Shop niemand durch!

Mögliche Themeninhalte
Ein Frage gibt es, die sich (fast) jeder Shopbetreiber stellt: Über was soll ich schreiben, wenn die Produkttexte des Herstellers bereits alles Wesentliche darlegen? Da gibt es für jede Warengruppe eine Menge Möglichkeiten. Einfach den Gedanken freien Lauf lassen.

Folgend ein paar ganz schnell von mir zusammengesuchte Beispiele:

  • Ergänzende Kurzanleitung für den Zusammenbau bei Kleinmöbeln
  • Persönliche Erfahrungen bei der Nutzung von Kinderspielzeug
  • Die alten Pflegetipps von Oma für Kleidung, Schuhe und Geschirr
  • Tipps und Tricks zur Aufbewahrung von Saisonartikeln bei Nichtgebrauch
  • Hinweise zu Schwachstellen von Produkten um Schäden vorzubeugen
  • Allgemeine Reinigungstipps mit altbewährten Hausmitteln

Die aufgeführten Vorschläge sind willkürlich ausgewählte Ideen. Auch wenn jeder Text für sich alleine nicht weltbewegend ist, so bringt es die Gesamtmenge in jedem Fall. Der Shop verfügt dann über ein unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal, das langfristig gut punktet und neben einem überschaubaren Zeitaufwand keine Kosten verursacht. Deshalb einfach loslegen und immer dran denken: Probieren geht über Studieren!

 

Noch Fragen zum Thema „Eigene Texte für den Onlineshop“?

Produkttexte FAQ

FAQ: Fragen, die einen Andauernd Quälen können 🙂
Einige der häufigsten, immer wiederkehrenden Fragen, die mir bekannt sind, habe ich der Vollständigkeit halber in dieser kleinen FAQ (englische Abkürzung für Frequently Asked Questions, in deutsch etwa: häufig gestellte Fragen) aufgelistet.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei an keiner einzigen Stelle um eine rechtsverbindliche Beratung handelt. Alle Angaben beinhalten lediglich Erfahrungswerte – ohne Anspruch auf Rechtsgültigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Produktbeschreibungen und Produkttexten?

Die Produktbeschreibungen stammen in der Regel direkt vom Hersteller und informieren über produktionsbedingte Details und über die richtige, normgerechte Verwendung des Artikels. Hin und wieder beinhalten sie auch Warnhinweise.

Produkttexte werden hin und wieder auch vom Hersteller (meist in Form von Werbetexten für den Abverkauf im Handel) bereit gestellt, stammen im Idealfall aber vom Händler selber. In diesen frei formulierten Texten sollte inhaltlich auf leicht verständliche Weise möglichst die Nutzung des jeweiligen Produktes aus der Sicht eines Dritten im Vordergrund stehen.

Was darf man ändern bei der Verwendung von Herstellertexten?

Was in den offiziellen Produktbeschreibungen niemals geändert oder wegfallen darf sind Passagen, die rechtlich vorgeschriebene Angaben und Hinweise (Zusatzstoffe, Warnhinweise, Dosierungen etc.) enthalten. Viele Hersteller untersagen generell jegliche Veränderung an gelieferten Originaltexten – egal ob technische Produktbeschreibung oder begleitender Werbetext.

Was ist denn nun genau als ergänzender Content zu verstehen?

Damit ist der Unique-Content aus der Eigenproduktion gemeint, der die allgemeinen Standard-Produktbeschreibungen ergänzt. Dieser wird erfahrungsgemäß am besten wahrgenommen, wenn er auf der Produktdetailseite direkt vor oder gleich neben dem Herstellertext platziert wird. Dorthin setzt man einen weiteren Reiter (bzw. einen Tab), dessen Inhalt der eigene Content darstellt. Dieser kann aus eigenen Erfahrungsberichten oder zum Beispiel aus Wiedergaben von freien Meinungen begeisterter Kunden bestehen.

Sehr gut kommen auch eigene Fotos (mit ausführlicher Beschreibung) an, speziell wenn sie das Produkt bei der Nutzung oder zum Beispiel während des Zusammenbaus zeigen. Immer beliebter bei den Kunden werden kurze Videos mit einer Laufzeit von ein bis zwei Minuten Dauer. Inhaltlich geben diese ebenfalls Hilfestellungen zum Aufbau oder zur Pflege bzw. zur optimalen Nutzung des jeweiligen Produktes.

Worauf sollte man bei der eigenen Contenterstllung unbedingt achten?

Definitiv nicht verwenden sollte man bei der Gestaltung eigener Textergänzungen, Bildcollagen oder Videos erfundene Behauptungen wie „Das tollste Produkt der Welt“ oder ähnlich. Solche nicht belegbaren Aussagen sind rechtlich nicht erlaubt und können für reichlich Probleme (Stichwort: teure Abmahnungen) sorgen.

Wie und woran kann ich den Erfolg von meinem Unique-Content erkennen?

Am einfachsten durch das steigende Ranking bei den Suchmaschinen. Vor allem aber an der Dauer des Aufenthaltes der Besucher im Shop. Wenn Sie einen Produkttext erstellt haben, dessen normale Lesedauer im Schnitt bei 20 Sekunden liegt und die meisten Besucher der Seite diese Zeit dort auch mindestens verbringen, haben Sie gute Arbeit geliefert. Beträgt die Aufenthaltszeit bei über 60% der Gäste hingegen nur wenige Sekunden, stößt der Content nicht gerade auf Begeisterung.

Weitere positive Indikatoren sind eine im Gesamtdurchschnitt steigende Aufenthaltszeit pro Seite, eine erhöhte Anzahl wiederkehrender Besucher und die Gewinnung von immer mehr Stammkunden.

Was sollte man tun, wenn sich ein Wettbewerber ungefragt Texte „borgt“?

Der einfachste Weg ist, dem „Texteleiher“ sofort mitzuteilen, dass man ihn enttarnt hat. Gleichzeitig wird er aufgefordert den entsprechenden Content sofort zu entfernen. Keine langen Fristen setzen (maximal 7 Tage).

Bewegt sich bis zum Ablauf der Frist nichts, empfiehlt es sich rechtliche Schritte anzukündigen und diese umgehend in die Wege zu leiten. Das hat leider zur Folge, dass man vorab Kosten tragen muss, die man unter Umständen in vollem Umfang niemals wiedersieht. Einen allgemein gültigen Tipp gibt es nicht, das kommt auch immer mit auf die Branche drauf an. Auf jeden Fall sollte man als Opfer niemals kampflos aufgeben und sich beklauen lassen.

Was hat es mit der Wunderformel WDF*IDF auf sich?

Die WDF*IDF-Analyse ist gedacht, um auf eine nicht ganz einfache Art eindrucksvolle Zahlen zu ermitteln, die (angeblich) belegen, wie toll die eigenen Texte sind.

Wie der Name schon vermuten lässt, besteht die WDF*IDF-Analyse aus zwei Teilen. Der erste Bereich »WDF« (Within Document Frequency) ermittelt wie häufig ein Wort oder eine Wort-Kombination (diese wird hierbei als Term bezeichnet) in einem Text vorkommt. Der Bereich »IDF« (Inverse Document Frequency) gibt wiederum an, wie häufig bestimmte Terme im Text anzutreffen sind. Die beiden Ergebnisse werden miteinander multipliziert und bestimmen das Endergebnis. Dieser Wert gibt dann anhand einer Skala an, wie „gut“ der jeweilige Text ist.

Ich habe mich mit dieser Thematik intensiv beschäftigt und bin dann zu dem Entschluss gekommen, das dieses Thema für Onlineshops keine tragende Funktion hat. Meiner Erfahrung nach kann ein einziger, passender (emotionaler) Satz auf einer Shopseite beim Kunden deutlich mehr bewirken, als ein mühsam erstelltes Dokument, dessen inhaltliche Gestaltung auf einen Zahlenwert basiert.

Fortsetzung folgt: Dann berichte ich unter anderem worauf es beim externen Zukauf von Content ankommt und wie sich gute professionelle Texte von schlechten Amateurtexten unterscheiden lassen.

Hier geht es zum ersten Teil der „Content Is King“ Serie: Einzigartige Produkttexte als Heilsbringer

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