Produktbilder im Onlineshop

Produktbilder optimal einsetzen (1)

Produktbilder fuer den Onlineshop gestalten

Das perfekte Produktbild

Was im ersten Moment, dem – vielleicht noch etwas unbedarften – frisch gestarteten Shopbetreiber als eine der mit Abstand einfachsten Tätigkeiten vorkommt, ist tatsächlich alles andere als eine schnell abgehakte Aktion. Ich meine damit die Anbringung der optimalen Produktbilder zum Produkttext. Ich verwende mit Absicht den Begriff „optimal“ statt „perfekt“, denn solch ein Produktbild gibt es (meiner Meinung nach) nicht. Warum? Ganz einfach: Es müsste eine Größe von 0 KB haben, damit es blitzschnell geladen wird. Gleichzeitig sollte es gigantisch groß sein und bereits auf den erste Blick hin jeden Betrachter überzeugen. Ach ja, eins fehlt noch: Es darf natürlich nichts kosten und sollte für jeden Shopbetreiber einmalig sein. Mit anderen Worten: Das perfekte Bild ist Träumerei.

Produktbilder in der Realität

Ich beame mich nun wieder zurück in die Realität und betrachte den Kampf um das bestmögliche Produktbild vollkommen realistisch. Wie dieser Kampf erfolgreich ausgetragen werden kann, soll dieser kleine Artikel darstellen. Er soll die wichtigsten Fragen rund um die Bildgestaltung zu eigenen Produktbeschreibungen beantworten.

Dieser Überblick ist dafür gedacht, dass ein Shopbetreiber mit einem zeitlich überschaubaren Aufwand, eigenhändig die Bildbearbeitung vornehmen kann. Mit einem vorzeigbaren Ergebnis versteht sich. Es ist aber definitiv keine Anleitung, für die perfekte Produktfotografie. Im Mittelpunkt stehen Hilfestellungen zur Gestaltung eigener Bildaufnahmen, sowie Tipps für die Aufbereitung von hochauflösenden Digitalfotos hin zu internettauglichen Produktbildern.

 

Produktbilder der Hersteller

So ziemlich jeder Hersteller bzw. Großhändler händigt dem Kunden digitale Produktbilder zu den erworbenen Waren mit aus. Diese freundliche Gabe beschert dem Onlinehändler einen Vor- und einen Nachteil. Der Vorteil liegt darin, dass sich der Händler nur noch um die Anpassung, der zur Verfügung gestellten Bilder kümmern muss. Der Nachteil ist, dass die identischen Bilder auch X-Dutzend andere Onlinehändler erhalten.

Die Bilder werden meistens in hochauflösenden Formaten namens tiff oder bmp ausgeliefert. In diesen Formaten sind sie für den direkten Einbau in einen Onlineshop nicht verwendbar, da sie in diesem Zustand über etliche Megabyte Volumen verfügen. Dass die Hersteller ihre Produktbilder mit einer hohen Auflösung ausstatten, hat in der Regel einen ganz simplen Hintergrund. Es handelt sich bei diesen Standardbildern um hausinterne Universalvorlagen, die gleichzeitig auch für die Produktion von Werbebroschüren, Messekatalogen, Printanzeigen, Plakaten und Poster verwendet werden. Solche Produktbilder, die auch als Druckvorlage dienen, müssen in höchster Qualität produziert sein.

Die Vorteile der Standardbilder
Bleiben wir zunächst bei dem erwähnten Vorteil. Um die vom Hersteller bereit gestellten Bilder User- und Suchmaschinen tauglich anzupassen, müssen sie als erste Maßnahme in ein Onlineshop taugliches Format gebracht werden. Nach wie vor ist es Standard, eine Komprimierung hin zu einem jpeg oder png Format vorzunehmen. Dafür sind solche Profibilder bestens geeignet, da sie bei der „Verkleinerung“ für die Onlinenutzung optisch betrachtet kaum Einbußen hinnehmen müssen.

Beispiel:
Bei der Komprimierung von einem Produktfoto im bmp Format mit einem Volumen von 22 MB und einer Bildgröße von 2830 x 2830 Pixel, entsteht durch die Umwandlung in ein jpeg Format, bei einer Reduzierung der Bildgröße auf 1.000 x 1.000 Pixel, ein knapp 65 KB großes Produktfoto. Die Umwandlung digitaler Bilder in ein kleineres Format geht blitzschnell. Es dauert knapp eine Sekunde.

Die angegebene Ausgabegröße von um die 1.000 Pixel ist meiner Erfahrung nach bereits die maximale Größe für ein herkömmliches Produktbild in einem Onlineshop. Damit spielt man schon weit oben mit in der ersten Liga. Anders ausgedrückt: Die großen und bekannten Schuh- und Bekleidungsshops gönnen (trotz Millionen in der Portokasse) ihren XXL-Bildern auch nicht viel mehr Pixel. Irgendwann ist eben auch mal gut.

Bildbearbeitungstools

Es gibt viele kostenlose Bildbearbeitungstools, die eine Umwandlung mehrerer Bilder gleichzeitig ermöglichen. Einen Favoriten möchte ich nicht nennen, da sich die meisten von ihnen nicht groß unterscheiden. Es ist in diesem Fall auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Eine Auflistung kostenfreier Grafik-Tools samt Download Möglichkeit findet sich demnächst hier in meinem Blog (Bitte noch etwas Geduld).

Bilder unter der Lupe
Auf Kundenseite kommt es bei bestimmten Produkten hin und wieder vor, das Interesse besteht, einzelne Produktfotos in allerhöchster Auflösung sehen zu wollen. Für diese XXL-Betrachtung verfügen die Onlineshops in der Regel über eine Lupenfunktion. Ist diese aktiviert, können per Maussteuerung einzelne Bildflächen in hoher Bildauflösung betrachtet werden. Das eigentliche Bild in seiner Gesamtgröße wird dabei aber (aus Platzgründen speziell auf Smartphones und Tablets) nicht angezeigt.

Produktbilder mit Daten zum Download

Für Kunden denen das immer noch nicht reicht, empfiehlt es sich ergänzendes, digitales Werbematerial des Herstellers kostenlos zum Download anzubieten. Diese Produktinfos sind meistens kleine PDF-Dokumente, die neben den offiziellen Herstellertexten, auch hochauflösende Glanzfotos beinhalten. Ganz nebenbei bemerkt ist das Anbieten von PDF-Dokumenten zum Download etwas, das von Suchmaschinen positiv bewertet wird.

Die Nachteile der Standardbilder

Fehlt noch die Definition des weiter oben erwähnten Nachteils bei der Verwendung der Produktbilder vom Hersteller. Bei deren Nutzung fehlt das optische Alleinstellungsmerkmal des Bildes. Sprich, die im Shop verwendeten Bilder sind identisch mit denen, die von den Wettbewerbern eingesetzt werden. Ob das nun für alle betroffenen Shops ein gravierender Nachteil ist oder nur für die nachrückenden Anbieter, darüber lässt sich umfangreich diskutieren.

Wenn Sie zum Beispiel in ihrem Shop Elektrokabel aller Art oder nach DIN genormte Schraubenmuttern verkaufen, sind die zugehörigen Herstellerfotos dermaßen professionell und aussagefähig gestaltet, dass man diese kaum toppen kann. Es stellt sich höchstens die Frage auf, ob solche Produkte optisch noch interessanter aufbereitet werden können. Die Praxis hat allerdings gezeigt, das sich eine Schraube nicht besser verkauft, wenn sie für ein Produktfoto auf roten Samt gebettet wird. So ein „Klamauk“ interessiert in dieser Zielgruppe niemanden.

Bei anderen Produktgruppen sieht es hingegen oftmals anders aus. So zum Beispiel bei Kleinmöbeln zum Selberaufbau oder bei spezieller Bekleidung (Kostüme etc.) aus. Deren offizielle Produktbilder sind häufig sehr steril gehalten. Ihnen fehlt bei genauer Betrachtung das gewisse Etwas. Bei solchen Objekten kann es durchaus lohnenswert sein selber Hand an zu legen, um das offizielle Bildmaterial mit attraktiven Eigenaufnahmen zu erweitern.

 

Eigene Produktbilder anfertigen

Diese Handlungsweise ist ganz klar mein persönlicher Favorit. Die Frage allerdings, ob sich der Aufwand lohnt muss jeder für sich alleine beantworten. In meinem eigenen Shop hab‘ ich um die 15.000 Artikel in der Datenbank. Zu jedem Produkt habe ich ein bis drei selbst gemachte Fotos online gestellt. Diese Bilder werden sicherlich niemals für ihre Schönheit gerühmt, aber sie erfüllen ihren Dienst und erhielten bisher mehr Lob als Tadel. Super große Bonuspunkte hab‘ ich von vielen Kunden dafür erhalten, dass ich stets Originalabbildungen der einzelnen Produkte anzeige.

Was sich im ersten Moment nach einer Unmenge von Arbeit anhört, relativiert sich bezogen auf die Gesamtdauer schnell wieder. Die Gesamtzahl meiner Produktfotos, kam nicht von heute auf morgen zu Stande. Sie hat sich im Lauf der vergangenen zehn Jahre entwickelt. Umgerechnet sind dass im Durchschnitt fünf Bilder pro Tag, die ich in diesem Zeitraum erstellt bzw. bearbeitet habe. Da macht schon so mancher Smartphone Junkie täglich mehr Aufnahmen pro Stunde, als ich an einem ganzen Tag. Also, alles halb so schlimm mit dem Arbeitsaufwand.

Vorsicht vor ähnlicher Abbildung

Viele Shopbetreiber verzichten auf die Verwendung von Original Produktfotos. Stattdessen verwenden sie allgemein gültige Produktabbildungen, welche den kleinen Untertitel „Produkt ähnlich Abbildung“ erhalten. Die Aussage „ähnlich Abbildung“ ist sehr dehnbar und führt öfters mal zu hitzigen Diskussionen zwischen Käufer und Verkäufer, wo denn nun die Ähnlichkeit vorhanden sein soll. Vor allem wenn der Käufer mit einem gekauften Artikel unzufrieden ist, wird von ihm in solch einem Fall nur zu gerne das Argument „das Teil sieht außerdem ganz anders aus als auf dem Bild – das hab‘ ich so nie bestellt…“ verwendet. Da kann man trotz Produktgleicheit als Verkäufer schnell unglaubwürdig darstehen.

 

Fortsetzung folgt:
Im zweiten Teil geht es schwerpunktmäßig um die Produktbilder Erstellung mit ihren Vor- und Nachteilen und um vieles mehr

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